Tauchen

Von der Aegypten.de-Redaktion Aktualisiert: Juni 2026 12 Min. Lesezeit
Tauchen

Tauchen in Ägypten bedeutet Gerätetauchen am Roten Meer – einem der artenreichsten und klarsten Tauchreviere der Welt. Von Hurghada über Marsa Alam bis Sharm el-Sheikh erwarten dich intakte Korallenriffe, berühmte Wracks wie die Thistlegorm, Haie, Mantas und Schildkröten. Anfänger machen hier ihr erstes Brevet, Profis tauchen auf Safari die legendären Offshore-Riffe.

Kaum ein Meer verbindet so dichtes Leben mit so guter Erreichbarkeit wie das Rote Meer. Steile Steilwände, sonnendurchflutete Riffdächer und versunkene Wracks liegen oft nur wenige Bootsminuten vom Hotel entfernt, und das warme, salzreiche Wasser sorgt für hervorragende Sicht. Dieser Ratgeber zeigt dir die besten Tauchgebiete, die Unterschiede zwischen Hausriff, Tagesbooten und Tauchsafari, wie du dein Brevet machst, wann du Haie und Mantas siehst und worauf du bei Reisezeit, Sicherheit und Kosten achten solltest. Wer lieber an der Oberfläche bleibt, findet alles zum Schnorcheln in Ägypten auf einer eigenen Seite.

Warum ist das Rote Meer so gut zum Tauchen?

Das Rote Meer gilt als eines der besten Tauchreviere der Welt, weil hier außergewöhnlich viele Faktoren zusammenkommen: ganzjährig warmes Wasser, hohe Sichtweiten, kaum Gezeitenströmung an den Hausriffen und eine enorme Artenvielfalt mit über tausend Fischarten und mehr als zweihundert Korallenarten. Viele dieser Arten sind endemisch, kommen also nur hier vor. Hinzu kommt die kurze Anreise aus Europa und eine dichte, professionelle Tauchinfrastruktur. Mehr zur Geografie und Tierwelt des Gewässers findest du auf unserer Seite zum Roten Meer sowie im Wikipedia-Artikel zum Roten Meer.

Was ist der Unterschied zwischen Tauchen und Schnorcheln?

Beim Schnorcheln schwimmst du mit Maske, Schnorchel und Flossen an der Wasseroberfläche und schaust nach unten. Beim Gerätetauchen (Scuba) atmest du aus einer Pressluftflasche und tauchst dadurch über längere Zeit unter Wasser. Tauchen erschließt Tiefen, Wracks und Steilwände, die du beim Schnorcheln nur von oben siehst – verlangt aber Ausbildung, Ausrüstung und Sicherheitsregeln. Wer nur an der Oberfläche bleiben möchte, ist beim Schnorcheln bestens aufgehoben; dieser Ratgeber widmet sich dem Gerätetauchen mit Flasche und Brevet.

Brauche ich ein Tauchschein für Ägypten?

Für einen begleiteten Schnupperkurs (Discover Scuba Diving) brauchst du keinen Tauchschein – ein Tauchlehrer führt dich nach einer kurzen Einweisung im flachen Wasser. Für eigenständige Tauchgänge benötigst du jedoch ein Brevet, üblicherweise den Open Water Diver. Reist du bereits mit Brevet an, nimm deinen Tauchschein und das Logbuch mit, da viele Basen den Ausbildungsstand sehen möchten. Ein medizinisches Tauchtauglichkeitszeugnis und eine gültige Tauchversicherung werden dringend empfohlen.

PADI oder SSI – welche Tauchausbildung passt?

In Ägypten dominieren die beiden weltweit anerkannten Ausbildungssysteme PADI und SSI. Beide bauen aufeinander auf: vom Open Water Diver für Einsteiger über den Advanced Open Water bis zu Spezialkursen wie Tieftauchen, Nitrox oder Wracktauchen. Die Inhalte sind sehr ähnlich, beide Brevets gelten international. Wichtiger als die Marke ist die Qualität der Tauchbasis – achte auf gepflegtes Material, kleine Gruppen und Tauchlehrer, die deine Sprache sprechen. Ein Open-Water-Kurs dauert meist drei bis vier Tage.

Kann man als Anfänger in Ägypten tauchen lernen?

Ägypten ist eines der idealen Reviere, um tauchen zu lernen. Das warme Wasser, die geringe Strömung an den Hausriffen und die gute Sicht machen die ersten Tauchgänge angenehm und überschaubar. Viele Resorts haben eine eigene Tauchbasis am Hausriff, sodass du Theorie, Pooltraining und Freiwassertauchgänge bequem vor Ort absolvierst. Geschützte, flache Buchten – etwa rund um Hurghada oder in der Lagune von Dahab – eignen sich besonders gut für Einsteiger und Kinder ab dem Mindestalter.

Tauchen in Hurghada

Hurghada gilt als Klassiker unter den Tauch-Urlaubsorten und ist der ideale Einstieg ins Rote Meer. Vor der Küste liegen zahlreiche Riffe und kleine Inseln wie Giftun Island, Abu Ramada, Carless Reef, Shaab El Erg und Umm Gammar, die per Tagesboot in kurzer Zeit erreichbar sind. Das Spektrum reicht von flachen, fischreichen Korallengärten für Einsteiger bis zu strömungsreichen Plätzen für Fortgeschrittene. Die große Auswahl an Tauchbasen und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis machen Hurghada zu einem hervorragenden Ausgangspunkt.

Tauchen in Safaga und El Quseir

Rund 60 Kilometer südlich von Hurghada liegt Safaga, dessen Tauchplätze – allen voran das berühmte Panorama Reef und Tobia Arba mit seinen kleinen Korallentürmen – für klares Wasser und gesunde Riffe bekannt sind. Weiter südlich, bei El Quseir, tauchst du vielerorts direkt am Hausriff in einem Naturschutzgebiet, ohne störenden Bootsverkehr. Diese ruhigeren Reviere sind weniger überlaufen als Hurghada und bei Tauchern beliebt, die intakte Riffe und entspanntes Hausrifftauchen schätzen.

Tauchen in Marsa Alam und am Elphinstone

Marsa Alam im Süden gilt als Geheimtipp, der längst keiner mehr ist: Hier reichen Korallenriffe bis an die Strände, und die Unterwasserwelt ist außergewöhnlich reich. Das Wahrzeichen der Region ist das Elphinstone Reef, ein vorgelagerter Riffpfeiler mit steilen Wänden, an dem mit etwas Glück Hochseehaie wie der Longimanus vorbeiziehen. In der Bucht Marsa Mubarak und am Hausriff Abu Dabbab kannst du zudem Seekühe (Dugongs) und große Meeresschildkröten beobachten. Tipps zu Orten und Hotels findest du auf unserer Seite zu Marsa Alam.

Tauchen am Ras Mohammed

An der Südspitze der Sinai-Halbinsel liegt der Nationalpark Ras Mohammed, eines der spektakulärsten Tauchgebiete des Roten Meeres. An Plätzen wie Shark Reef und Yolanda Reef fallen die Steilwände senkrecht in die Tiefe, und im Sommer ballen sich riesige Fischschwärme zu silbernen Wolken. Hier triffst du auf Barrakudas, Schnapper, Napoleons und gelegentlich Haie. Der Park ist von Sharm el-Sheikh aus per Tagesboot gut erreichbar und gehört auf die Wunschliste jedes ambitionierten Tauchers.

Tauchen in Sharm el-Sheikh

Rund um Sharm el-Sheikh gibt es über dreißig Tauchplätze, die vor Wellen und Strömung gut geschützt sind. Die Meerenge von Tiran mit ihren vier Riffen – Jackson, Woodhouse, Thomas und Gordon – zählt zu den Höhepunkten der Region. Von Sharm starten zudem viele Tauchsafaris zu den entlegenen Offshore-Riffen. Die Kombination aus guter Infrastruktur, nahen Spots und der Nähe zu Ras Mohammed und Tiran macht Sharm zu einem der vielseitigsten Tauchziele Ägyptens.

Tauchen in Dahab und am Blue Hole

Das nördlich von Sharm gelegene Dahab ist berühmt für sein Ufertauchen: Viele Spots erreichst du direkt vom Strand aus. Das Blue Hole, ein nahezu kreisrundes Loch im Saumriff, und der schmale Unterwasser-Canyon zählen zu den bekanntesten Tauchplätzen der Welt. Wichtig: Der tiefe Schacht des Blue Hole ist anspruchsvoll und ausschließlich sehr erfahrenen Technik-Tauchern mit entsprechender Ausbildung vorbehalten – das Riffdach hingegen lässt sich auch entspannt betauchen und beschnorcheln.

Was ist eine Tauchsafari (Liveaboard)?

Bei einer Tauchsafari lebst du mehrere Tage an Bord eines Tauchschiffs und steuerst Tauchplätze an, die von Land aus kaum erreichbar sind. Drei bis vier Tauchgänge pro Tag, inklusive Nachttauchgängen, sind üblich. Beliebte Routen sind die Nordtour zu den Wracks und Riffen rund um die Straße von Gubal, die Südtour zu den Fury Shoals und St. John’s Reef sowie die anspruchsvolle Tour zu den Brother Islands, Daedalus und Elphinstone. Ein Liveaboard ist die intensivste Art, das Rote Meer zu erleben – und meist erfahrenen Tauchern vorbehalten.

Wracktauchen: die Thistlegorm und mehr

Das Rote Meer ist ein Eldorado für Wracktaucher. Das berühmteste Wrack ist die SS Thistlegorm, ein im Zweiten Weltkrieg gesunkenes britisches Frachtschiff, dessen Laderäume noch heute Motorräder, Lastwagen und Eisenbahnteile bergen. Es liegt in der Straße von Gubal und wird meist im Rahmen einer Safari oder eines langen Tagesausflugs betaucht. Weitere bekannte Wracks sind die Giannis D und die Carnatic am Abu-Nuhas-Riff sowie die Salem Express bei Safaga, deren Geschichte besonders bewegt und die mit Respekt betaucht werden sollte.

Welche Tiere kann man beim Tauchen sehen?

Die Artenvielfalt ist das große Versprechen des Roten Meeres. An nahezu jedem Riff begegnen dir Anemonen- und Papageifische, Muränen, Rotfeuerfische, Drückerfische und ganze Schwärme von Glasfischen. Mit etwas Glück triffst du auf Großfisch: Mantarochen, Adlerrochen, Delfine, Meeresschildkröten und verschiedene Haiarten wie Weißspitzen-Riffhaie, Hammerhaie an den Offshore-Riffen oder den ozeanischen Weißspitzenhai am Elphinstone. In der Region Marsa Alam hast du zudem gute Chancen auf Dugongs. Jeder Tauchgang ist anders – genau das macht den Reiz aus.

Wann ist die beste Reisezeit zum Tauchen?

Getaucht wird am Roten Meer das ganze Jahr. Am angenehmsten sind die Übergangszeiten von März bis Mai und von September bis November, wenn Luft und Wasser mild sind und die Sicht oft am besten ist. Im Sommer ist das Wasser mit bis zu 29 °C am wärmsten – das ist die beste Zeit für Großfisch und Safaris zu den Offshore-Riffen, allerdings auch die heißeste an Land. Im Winter sinkt die Wassertemperatur auf etwa 21 °C; dann ist ein dickerer Neoprenanzug ratsam. Eine ausführliche Übersicht bietet unsere Seite zur besten Reisezeit für Ägypten.

Wie warm ist das Wasser im Roten Meer?

Die Wassertemperatur schwankt im Jahresverlauf deutlich: Im tiefsten Winter (Januar/Februar) liegt sie bei etwa 21 bis 22 °C, im Hochsommer steigt sie auf 28 bis 29 °C. Für den Winter empfiehlt sich ein 5- bis 7-Millimeter-Neoprenanzug, im Sommer reicht oft ein dünnerer Shorty oder ein 3-Millimeter-Anzug. Da man unter Wasser schneller auskühlt als an der Oberfläche, lohnt sich im Zweifel der etwas wärmere Anzug – besonders bei mehreren Tauchgängen pro Tag.

Wie sicher ist Tauchen in Ägypten?

Tauchen in Ägypten ist bei seriöser Organisation sehr sicher. Wähle eine zertifizierte Tauchbasis mit gepflegtem Material, eingehaltenen Gruppengrößen und klarer Sicherheitseinweisung. Überschätze nie deinen Ausbildungsstand – das gilt besonders für tiefe Spots wie das Blue Hole. Plane vor dem Rückflug eine ausreichende Pause ein: Nach dem letzten Tauchgang solltest du mindestens 18 bis 24 Stunden nicht fliegen, um eine Dekompressionserkrankung zu vermeiden. Eine Tauchunfallversicherung und das Wissen um die nächste Druckkammer gehören zur Grundausstattung.

Wie kann man die Korallenriffe schützen?

Die Riffe des Roten Meeres sind empfindlich und durch Klimawandel und Massentourismus bedroht. Als Taucher trägst du Verantwortung: Berühre niemals Korallen, halte deine Tarierung im Griff, wirble keinen Sand auf und füttere keine Tiere. Verwende möglichst riff-freundliche Sonnencreme und nimm keine „Souvenirs“ aus dem Meer. Organisationen wie die HEPCA setzen sich vor Ort für den Schutz des Roten Meeres ein – mit der Pflege von Mooring-Bojen und Aufklärungsarbeit. Verantwortungsvolles Tauchen sorgt dafür, dass diese Unterwasserwelt erhalten bleibt.

Was kostet Tauchen in Ägypten?

Tauchen am Roten Meer gilt als vergleichsweise preiswert, genaue Beträge schwanken jedoch je nach Saison, Region und Basis. Grob orientieren kannst du dich an folgenden Posten: ein begleiteter Schnupperkurs, ein Open-Water-Kurs über mehrere Tage, einzelne geführte Tauchgänge sowie mehrtägige Tauchsafari-Pakete inklusive Vollpension an Bord. Hinzu kommen häufig Park- und Marinegebühren, etwa für Ras Mohammed oder die Brother Islands, sowie die Leihausrüstung, falls du nicht eigenes Material mitbringst. Lass dir vor der Buchung stets eine klare Preisübersicht geben.

Welche Ausrüstung brauche ich?

Grundsätzlich stellt jede Tauchbasis die komplette Ausrüstung – von Atemregler und Tarierjacket über Tauchcomputer bis zum Neoprenanzug. Viele Taucher bringen dennoch eigene Maske, Flossen und gegebenenfalls einen Tauchcomputer mit, weil gut sitzendes Material den Komfort erhöht. Ein dem Wasser angepasster Neoprenanzug, eine Tauchlampe für Wracks und Höhlen sowie ausreichend Sonnenschutz für die Zeit an Deck sind sinnvoll. Denke an Brevet, Logbuch und Versicherungsnachweis – ohne diese Papiere bleiben dir eigenständige Tauchgänge oft verwehrt.

Tauchen als Teil einer Ägypten-Reise

Ein Tauchurlaub lässt sich hervorragend mit anderen Höhepunkten verbinden: einige Tage Riff und Sonne am Roten Meer, gefolgt von Kultur in Luxor oder Kairo. Beliebt ist die Kombination aus Strand und Pharaonen oder ein Mix aus entspanntem Hausrifftauchen und einer mehrtägigen Safari. Wer neben dem Tauchen auch Land und Leute erleben möchte, findet Anregungen in unserem Überblick zu den Sehenswürdigkeiten Ägyptens. So wird aus dem Tauchurlaub eine runde Reise mit Erlebnissen über und unter Wasser.

Tauchreisen & Angebote für Ägypten

Aktuelle Tauchhotels, Resorts mit eigener Tauchbasis und Pauschalangebote für deinen Tauchurlaub am Roten Meer – tagesaktuell aus unserem Reisepreisvergleich:

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Häufige Fragen zum Tauchen in Ägypten

Wo taucht man in Ägypten am besten?

Zu den besten Gebieten zählen Hurghada und Safaga, Marsa Alam mit dem Elphinstone, Ras Mohammed und Tiran bei Sharm el-Sheikh sowie Dahab mit Blue Hole und Canyon. Für entlegene Offshore-Riffe lohnt sich eine Tauchsafari.

Kann man in Ägypten tauchen lernen?

Ja, Ägypten ist eines der idealen Reviere für Einsteiger. Warmes Wasser, gute Sicht und geringe Strömung an den Hausriffen erleichtern den Open-Water-Kurs, der meist drei bis vier Tage dauert.

Wann ist die beste Reisezeit zum Tauchen?

Am angenehmsten sind März bis Mai und September bis November. Im Sommer ist das Wasser am wärmsten und die Chance auf Großfisch am höchsten, im Winter ist ein dickerer Neoprenanzug ratsam.

Sieht man beim Tauchen Haie?

Mit etwas Glück ja: An Offshore-Riffen wie Elphinstone, Brother Islands und Daedalus sowie im Sommer bei Ras Mohammed begegnen Taucher Riff- und Hochseehaien sowie Hammerhaien.

Wie lange vor dem Rückflug darf man nicht tauchen?

Nach dem letzten Tauchgang solltest du mindestens 18 bis 24 Stunden warten, bevor du fliegst, um das Risiko einer Dekompressionserkrankung zu vermeiden.

Bereit fürs Rote Meer? Plane deinen Tauchurlaub in Marsa Alam oder bleib mit dem Schnorcheln an der Oberfläche.